Unser Erbe, das in der Sprache des Tanzes zum Leben erwacht – Momente des XI. Volkstanzfestivals

2025.11.20. | Landesrat Nachrichten, Tanz Nachrichten

Es war ein herzerwärmendes Gefühl zu sehen, wie die Momente des Alltags unserer Vorfahren, die Meilensteine ihres Lebens, auf der Bühne des Volkstanzfestivals in Seksard durch Musik und Tanz zum Leben erweckt wurden.
Die Achtung der Tänzer vor ihren Vorfahren, ihr selbstbewusstes, freudiges Ausleben ihrer Identität und das Ergebnis monatelanger, anspruchsvoller, professioneller Arbeit spiegelten sich in den Darbietungen wieder.

Anna Farkas, Vorsitzende der Seksarder Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung betonte in ihrer Eröffnungsrede, dass die Tänzer mit ihren Auftritten bewiesen, dass ihr nzerisches Erbe keine vergessene Vergangenheit, sondern die Realität der Gegenwart ist.

Wie auch László Kreisz, der Vorsitzende des Landesrats, hervorhob, sei es eine Freude, schon beim Betreten der Bühne gewesen, mit welcher Demut und Spannung, gemischt mit Disziplin, sie sich auf das Festival vorbereitet hatten. Daraus werde deutlich, dass sie ihre Mission, die Pflege des Erbes ihrer Vorfahren, ernst nehmen. Mit ihren Tänzen, die aus lokalen Sammlungen stammen, heben sie den Schatz, dessen Bewahrung unsere gemeinsame Verantwortung ist, aus der Vergangenheit in den Alltag.

Bei der Bewahrung der Traditionen haben die Tänzer die komplexeste Aufgabe. Im Bereich Gesang, Musik und Tanz müssen sie ihre Botschaft unter Berücksichtigung zahlreicher Aspekte gestalten. Aus diesem Grund unterstützt die Tanzsektion des Landesrats ihre Vorbereitung kontinuierlich mit Fortbildungen, bei denen renommierte Experten aus verwandten Bereichen sie mit fachlichen Ratschlägen versorgen.
Die Organisatoren luden auch von ihnen in die diesjährige Jury ein, namentlich:

György Ágfalvi, Choreograf, Tanzleiter des Ungarischen Staatsvolksensembles,
Szandra Titanilla Fuchs, Leiterin der Lochberg-Tanzgruppe in Zsámbék, Volkskundlerin und Expertin für Trachten,
Sándor Kaszás, Vorsitzender der Musikabteilung des Landesrats, Landeskapellmeister,
Gézáné Huszák, Choreografin, ehemalige Büroleiterin des Landesrats,
sowie Attila Székely, Techniker des Landesratsarchivs.

Die Jury würdigte ihre Leistungen in mehreren Kategorien mit Sonderpreisen und dem in diesem Jahr neu aufgelegten Festivalpreis „Goldener Kranz”.

Wie Julianna Szabó, Vorsitzende der Tanzsektion, erklärte, würden im Grunde alle an den Qualifikationswettbewerben teilnehmen, um die Qualifikation Gold zu erreichen. Allerdings würden weder die Qualifikation Silber noch Bronze eine weniger gute Leistung bedeuten. Vor allem, weil die Tanzgruppen, die zum Festival eingeladen wurden, unabhängig von ihrer Qualifikationsstufe in irgendeiner Weise herausragend sind, sodass sie auch ohne Auszeichnung stolz auf sich sein können und ihre Leistung Anerkennung verdient.

Besondere Aufmerksamkeit verdient der Festivalpreis, der 2006 vom Landesrat als Anerkennung für herausragende Leistungen ins Leben gerufen wurde. Sie ist eine Bronzeskulptur des aus Bohl stammenden Bildhauers Ferenc Trischler, uns stellt ein tanzendes Mädchen mit einem goldenen Brautkranz dar.

Der spannendste Moment des Volkstanzfestivals ist die Bekanntgabe des Gewinners des Festivalpreises, denn dieser Verein darf bis zum nächsten Volkstanzfestival, also drei Jahre lang, die Bronzeskulptur als Anerkennung für seine herausragenden Leistungen beherbergen. Wenn eine Tanzgruppe den Preis bei drei aufeinanderfolgenden Festivals gewinnt, wird sie zum ewigen Besitzer der Bronzestatue, worauf bisher nur ein einziger Verein, die Wemender Tanzgruppe, stolz sein kann.

Sehen wir, wer mit welchen Preisen dieses Jahr vom Volkstanzfestival Heimkehren durfte:

Festivalpreis „Goldener Kranz”: Ungarndeutsche Tanzgruppe Kier

Kategorie „Traditionelle Bühnenszene: Nadwarer Ungarndeutsche Traditionspflegende Volkstanzgruppe
Kategorie „Jugendtanzgruppe: Saarer Tanzgruppe
Kategorie Mehrgenerationen-Tanzgruppe: Wemender Tanzgruppe
Kategorie Bühnentanz: Ungarndeutsche Tanzgruppe Pußtawam
Kategorie Solotanz: Saarer Tanzgruppe – Johanna Stock und Szabolcs Stock
Kategorie Musikauswahl: Ungarndeutsche Tanzgruppe Kier und Saarer Tanzgruppe
Kategorie Orchesterbegleitung: Kleinturwaller Musikanten
Kategorie „Herausragende Trachten: Ungarndeutsche Tanzgruppe Pußtawam und Wemender Tanzgruppe
Kategorie „Tanzauswahl: Ungarndeutsche Folkloreensemble Nadasch
Preis für Choreografen: Mihály Mausz
Preis für junge Choreografen: Viktória Varga und Szabolcs Stock

Die Veranstaltung wurde durch die Anwesenheit folgender Persönlichkeiten bereichert:
László Kreisz, Vorsitzender des Landesrats,
Julianna Szabó, Vorsitzende der Tanzsektion des Landesrats und gleichzeitig Vorsitzende der Jury,
Andreas Zwick, stellvertretender Vorsitzender der Tanzsektion des Landesrats,
bor Agárdi, Vizepräsident der Tanzsektion des Landesrats,
sowie Viktória Varga, Vizepräsidentin der Jugendsektion des Landesrats.

Wie dieses Festival gezeigt hat, ist Musik, Gesang und Tanz eine gemeinsame Sprache, die jeder versteht. Das Erbe des Singens, Musizierens und Tanzens verbindet uns emotional und wird so zu unserer Gegenwart. Die Tänzer leben ihre Identität aktiv aus, ihre gemeinsame Vorbereitung stärkt ihr Zusammengehörigkeitsgefühl und die Verbindung zwischen den Generationen.

László Kreisz bekräftigte in seinen Schlussworten, dass die Tänzer sicher sein können, dass die Gruppen, die sich mit ihrer Kreativität auf den Weg der Entwicklung begeben, vom Landesrat jede Unterstützung erhalten. Bis dahin wünsche er sich, dass sie ihre Traditionen in ihrem Alltag leben, denn sie selbst sind die wichtigsten Bausteine und Weitervermittler all dessen.

Wir danken der Fachjury für ihre fördernden Ratschlägen und den talentierten Choreografen und engagierten Tänzern für das begeisternde Erlebnis. Wir hoffen, dass wir sie bald wieder bei Veranstaltungen und Fachfortbildungen des Landesrats begrüßen dürfen.

Die Veranstaltung wurde durch das Bundesministerium des Innern (BMI), die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) und die ungarische Regierung gefördert.

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