In diesem Jahr fand die Singwoche in der malerischen Umgebung der Burg von Petschwar statt. Die Teilnehmer kamen aus zahlreichen Orten Transdanubiens. Die fachlichen Leiterinnen des Camps, Krisztina Fódi und Hajnalka Pfeifer-Takács, begrüßten die Stammgäste des Camps bereits bei ihrer Ankunft mit großer Freude, da sie sich oft nur hier, bei der Singwoche, treffen. Sie freuen sich besonders über die neuen Teilnehmer und möchten, dass möglichst viele von ihnen die im Camp erworbenen Fachkenntnisse erleben und mit nach Hause nehmen.
Die Teilnehmer der Singwoche sind teils Chorsänger, teils Chorleiter.
Die Chorbegleitung erfordert von einem Musiker besondere Fähigkeiten, die Abstimmung mit dem Chor, damit das Akkordeonspiel die Melodie nicht übertönt oder überlagert, sondern sie fein begleitet, betont und den Gesang des Chores unterstützt. Aus diesem Grund wird die Teilnahme eines Chorbegleiters am Camp sehr begrüßt. Dieses Mal war es Zoltán Geszler, der mit seiner Akkordeon- und Orgelbegleitung die gesamte Zeit über am Chorarbeit teilgenommen hat.
Die Tage verliefen nach einem bewährten, sorgfältig ausgearbeiteten Programm, das vielfältige und abwechslungsreiche Entwicklungsmöglichkeiten bot. Nach dem Aufwärmen am Vormittag lernten die Sängerinnen und Sänger ungarndeutsche Volkslieder und Kirchenmusik kennen.
Die Chorleiter wurden in separaten Seminaren mit differenzierten Fachinhalten entsprechend ihrem Kenntnisstand unterrichtet: die Anfänger konnten sich mit den Grundlagen des Dirigierens vertraut machen, während Fortgeschrittene ihre Kenntnisse durch das Ausprobieren anspruchsvollerer Techniken vertiefen konnten.
In diesem Sinne wurde jeden Nachmittag ein lokal gesammeltes, noch nicht notiertes Lied aus dem Ort oder der Region der Teilnehmer ausgewählt, das ausführlich behandelt, gesungen und, falls erforderlich, von István Albrecht für den nächsten Tag notiert wurde. Das Auswahlkriterium war, dass das Lied nicht in den bekannten und weit verbreiteten Liederbüchern enthalten sein durfte, höchstens in der von der Gemeinde herausgegebenen Notensammlung. Das Ziel der Chorsektion ist es, so viele Lieder wie möglich zu bewahren und in authentischer Form an die jüngeren Generationen weiterzugeben, die oft durch mündliche Überlieferung und nach Hören verbreitet werden.
Am Montagnachmittag stellte Mónika Fazekas-Gombár ihre großartige Sammlung, die Lieder und Sprüche aus Wetschesch, vor und sprach über die Bedeutung und Notwendigkeit der zweistufigen Notation der Liedtexte. Während des interessanten Vortrags brachte sie den Sängern mehrere Lieder aus dem Band bei.
Neben den Gesangs- und Chorleiterkursen warteten auch weitere Programme wie Basteln oder Ausflüge auf die Teilnehmer, die nach der ganztägigen Facharbeit eine hervorragende Abwechslung boten und Gelegenheit zu vertraulichen Gesprächen sowie Gemeinschaftsbildung gaben.
Der Donnerstag stand ganz im Zeichen der Rückblick in die Vergangenheit. Ihr Weg führte die Teilnehmer zunächst zum Waggonmuseums am Bahnhof von Petschwar, wo die Erinnerung an die bewegte Vergangenheit vielen Tränen in die Augen trieb. Mit zwei schönen Liedern gedachte man der Opfer der Malenkij Robot und der Vertriebenen.
In Nadasch beeindruckte sie die großartige Sammlung des Heimatmuseums, während sie in Feked der Charme des Ortes, die besonderen Fassaden der Wohnhäuser, der Lehrpfad und das Schwabenhaus faszinierten. Sie hielten an der Skulptur des Gründers Josef Báling inne.
Am Donnerstagabend erwartete die Teilnehmer ein schönes Hauskonzert, bei dem sich jeder mit einer Darbietung vorstellen konnte, diesmal ohne jegliche Einschränkungen. Wir konnten mehrstimmige Chorwerke, ungarische Volkslieder, Akkordeonsolo, Gesangsduo und -trio hören.
Das Ende der Landesrat-Fachcamps ist immer besonders spannend, denn das Programm des Abschlusskonzerts, das aus den während der Woche gelernten Liedern und den individuellen Sammlungen zusammengestellt wird, hält immer Überraschungen bereit. Die Fachleiter beobachten die ganze Woche über die Teilnehmer, wählen die Lieder für das Konzert aus und stellen so bis zum Ende der Woche ein abwechslungsreiches Programm zusammen. Das Programm wird dadurch noch schöner, dass die Sänger ihre Lieder in Volkstracht oder in ihren Choruniformen vortragen. Beim Abschlusskonzert wurden die Lieder von den beiden für die Fachlichkeit verantwortlichen Chorleiterinnen Krisztina Fódi und Hajnalka Pfeifer-Takács nach ihrem Inhalt gruppiert und zu einem Ganzen zusammengefügt.
Nach dem musikalischen Einzug der Auftretenden hörte das Publikum in den entstandenen Musikblöcken zunächst traurige, sehnsuchtsvolle Liebeslieder, dann im kirchlichen Teil hauptsächlich Marienlieder und anschließend fröhliche Lieder vom Singwoche-Chor. Zwischen den Blöcken konnten sich einige Teilnehmer mit ihrem „Mein Lied” oder ihrer erfolgreichen Darbietung beim Hauskonzert vorstellen. In diesem Jahr wurde sogar ein von Männern gesungenes Jodellied in das Programm aufgenommen.
Péter Mikola aus Seksard begleitete den Chor nicht nur an dieser Stellte, sondern auch später bei einem der Kirchenlieder auf der Gitarre. Die Reihe der Kirchenlieder wurde von den Mitgliedern des Liederschatz-Chors aus dem 18. Bezirk von Budapest mit dem Chorwerk „Lob Gott” eingeleitet, während Krisztina Fódi und Hajnalka Pfeifer-Takács am Ende des Blocks das Publikum mit einem wunderschönen zweistimmigen Ave Maria in Staunen versetzten. Nach diesen andächtigen Minuten präsentierte das Trio der Mitglieder des Chores Heidenröslein aus Wieselburg-Ungarisch Altenburg, bestehend aus Ilona Marquetant-Wagner, Erzsébet Nagy-Cseréné Wagner und Dr. Istvánné Nagy, eine Reihe fröhlicher Lieder.
Nach drei, von dem Singwoche-Chor vorgetragenen, Liedern trat Éva Nagy aus Tschawa zusammen mit ihrem Ehemann Zoltán Geszler als Gesangs- und Akkordeon-Duo mit einem fröhlichen Lied auf, woraufhin Zoltán das Publikum mit seinem äußerst eindrucksvollen, energiegeladenen Akkordeon-Solo begeisterte. Danach trat erneut der Chor auf und steigerte die Stimmung mit drei lustigen Liedern weiter.
Das Konzert wurde von Krisztina Fódi und Hajnalka Pfeifer-Takács dirigiert, die den begeisterten Singwoche-Chor leiteten. Wir danken Marion Radvánszky fürs Dometschern, Péter Mikola für die Gitarrenbegleitung und Zoltán Geszler für die Begleitung auf der Harmonika und der Orgel.
Auch in diesem Jahr können wir auf eine fachlich inhaltsreiche, stimmungsvolle Fachwoche zurückblicken. Wir danken allen Sängern und Chorleitern für ihre Teilnahme. Wir freuen uns darauf, sie Anfang Juli 2026 in Wesprim wiederzusehen!
Die Veranstaltung wurde durch das Bundesministeriums des Innern (BMI), die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) und die ungarischen Regierung gefördert.
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