Ikonische Musiker mit dem Josef-Gungl-Preis ausgezeichnet

2024.01.23. | Kapellen Nachrichten, Landesrat Nachrichten

Die Kapellensektion des Landesrates gründete einen Preis, um begabte Musiker und Vorbilder des ungarndeutschen musikalischen Lebens zu würdigen. Der Preis ist nach dem deutschstämmigen Komponisten Josef Gungl benannt und wird traditionell im Rahmen des Blasmusikfestivals überreicht.

Der Preis wird an Musiker und anerkannten Persönlichkeiten verliehen, die sich um die Pflege und Erhaltung der musikalischen Muttersprache der Ungarndeutschen verdient gemacht haben. Im Jahr 2023 wurden mit István Geiger, Josef Schwartz und Tamás Farkas gleich drei Vorbilder geehrt.

Lernen wir die Preisträger kennen!

István Geigers Leben wird seit seiner Kindheit von der Liebe zur Musik durchdrungen. Seine Begabung zeigte sich schon früh, denn mit sechs Jahren spielte er schon auf dem Akkordeon bzw. Noten lesen konnte er früher als schreiben oder zählen. All dies bestimmte sein Leben und es ist kein Zufall, dass er eine Ausbildung zum Musiklehrer machte und auch Dirigent wurde.

Die Begeisterung für das Akkordeon gab er als Lehrer den jungen Musikern weiter, und es ist ebenfalls ihm zu verdanken, dass 1992 unter seiner Leitung die erste Harmonikakapelle des Landes gegründet wurde. Das fünfzig Mitglieder zählende Ensemble spielte ausschließlich ungarndeutsche Musik und wirkte regelmäßig auch an kirchlichen Veranstaltungen mit. Aus der Reihe ihrer Erfolge im Ausland ragt ihre Reise nach Polen heraus, von wo sie mit dem Hauptpreis des internationalen Akkordeonwettbewerbs sowie dem Preis der Jury nach Hause zurückkehrten.

Geigers dreisprachige Tätigkeit als Kantor umfasste mehr als vier Jahrzehnte. Er schloss sich der Kapellensektion des Landesrates an, in deren Rahmen er aus den Akkordeonschülern des Landes eine Kapelle gründete. Sie erlernen das einzigartige Notenmaterial in den Sommercamps. Die Initiative erfreut sich großer Beliebtheit, die Mitgliedszahl der Gruppe wächst von Jahr zu Jahr. Herr Geiger leitete zwölf Akkordeoncamps, übergab dann den Taktstock Dávid Solymosi. Er trat in den Fußstapfen seines Vaters, István Geiger senior, und übernahm die Leitung der örtlichen Blaskapelle. Seine Arbeit und die Hingabe für die Bildung der Nachwuchsmusiker sind beispielhaft.

Josef Schwartz‘ Interesse an der Musik zeigte sich ebenfalls schon in sehr jungen Jahren. Mit 21 Jahren wurde er der vierte Hornist von Philharmonia Hungarica. Er setzte seine Studien an Hochschulen in Deutschland fort, denn er hielt die musikalische Weiterbildung für sehr wichtig und hatte das Ziel, erster Hornist zu werden. 20 Jahre verbrachte er beim Orchester als erster Hornist, mit der er ohne Übertreibung die halbe Welt bereiste und auf internationalen Festivals, in Fernsehsendungen und bei Radioaufnahmen auftrat. Anschließend wirkte er bei der Schallplattenaufnahme von Haydns Symphonie Nr. 104 mit. Die Aufnahme wurde mit zehn internationalen Preisen ausgezeichnet und wurde zweifach Gold.

Anschließend war er als Musiklehrer und Dirigent tätig. 1982 bewarb er sich um die Stelle als Musikdirektor der Stadt Singen. Er verbrachte dort 10 Jahre bis zu seiner Pensionierung. Er leitete auch mehrere Kapellen in der Region, darüber hinaus wirkte er als Gastdirigent des Ungarndeutschen Jugendauswahlorchesters. Josef Schwartz spielt im kulturellen und musikalischen Leben von Bogdan bis zu heutigem Tage eine ausschlaggebende Rolle. Er war der Initiator und Begründer der Bogdaner Schwabenkapelle. Seine Tätigkeit im Bereich Kultur in Bogdan wurde mit zahlreichen Preisen anerkannt.

Ein ungarischer Auswahlblasorchester zu gründen war schon lange sein Traum. Die Nationale Jugendblaskapelle stand 2015 das erste Mal auf der Bühne. Die sechzig talentierten, jungen Musiker gaben mehrere Dutzend erfolgreiche Konzerte. Unter seinen Fittichen sind viele Musiker herangewachsen, die das schwäbische Musikerbe weiterführen. Josef Schwartz ist mit Recht stolzer Träger des Josef-Gungl-Preises.

Tamás Farkas

Der in Schorokschar geborene Musiker erhielt von seinem Vater die ersten Unterrichtsstunden in Musiktheorie. Er lernte Horn an einem Musikgymnasium und studierte anschließend Komposition und Dirigieren.

Er spielte in der Ungarischen Zollkapelle und wurde bereits nach zwei Jahren deren erster Dirigent. Anschließend leitete Herr Farkas das Symphonieorchester, die Blas- uns Volksmusikkapellen des Bergbau Kunstensembles in Totiserkolonie.

Er wirkte in mehreren musikalischen Produktionen des Budapester Lustspieltheaters sowie in Filmen von Miklós Jancsó mit. 30 Jahre lang arbeitete er mit dem Choreographen und Volkstänzer Nikolaus Manninger eng zusammen. Als Erbe des musikalischen Nachlasses seines Vaters sieht er es als seine Aufgabe an, deutsche Volksmusik in Ungarn zu sammeln und zu arrangieren, was er auch im Auftrag des Landesrates gerne tut.

Wir gratulieren allen drei Musikern zu ihrer vorbildlichen Arbeit und zum Josef-Gungl-Preis!

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